An die Ärztin, die meinen Sohn nicht sah

+++ UPDATE am Ende des Artikels +++


Liebe junge Ärztin,

es ist jetzt fast zwei Jahre her, dass Sie meinen Sohn nicht sahen. Als Sie mich untersuchten, war ich am Ende der 6. Schwangerschaftswoche (SSW 5+6). Der Babysohn war also zu diesem Zeitpunkt größenmäßig irgendwo zwischen einem Mohnsamen und einer Linse angesiedelt und hatte große Ähnlichkeit mit einer Kaulquappe.

Ich kam zu Ihnen in die Schwangeren-Sprechstunde einer großen Münchner Klinik, weil meine Frauenärztin an diesem Tag nicht da war, ich gerade von einem anstrengenden Kongress zurück kam und wir am nächsten Tag für zwei Wochen in den Urlaub fahren wollten. Und weil ich Angst hatte und wissen wollte, woran ich bin. Denn ich hatte zwar kurz vor der Dienstreise einen positiven Schwangerschaftstest gemacht, aber es ging mir gar nicht gut. Ich hatte immer wieder kleinere Blutungen und nahm Antibiotika wegen einer heftigen Mandelentzündung. Ich war wahnsinnig erschöpft, fühlte mich unwohl und war besorgt. Das alles schilderte ich Ihnen.

Sie nahmen Blut ab und machten dann eine Ultraschall-Untersuchung. Meinem übrigens sehr empfehlenswerten Schwangerschafts-Buch zufolge (das ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht besaß), kann man bei einem Ultraschall in der sechsten Woche eine Fruchthöhle und in dieser dann in der Regel (!) auch den winzigen Embryo erkennen. So war auch bei mir die Fruchthöhle schnell dargestellt und in derselben – nichts. Sie suchten ein wenig hin und her und fingen an zu murmeln: „Nichts. Die ist leer. Des wird nix g’scheits.“ Immer wieder: „Des is nix g’scheits.“ Heute noch höre ich diesen Satz in meinem Kopf widerhallen. Sie erklärten mir, dass viele Schwangerschaften zu so einem frühen Zeitpunkt abbrechen, dass das nichts ungewöhnliches sei und dass ich einen Termin für eine Ausschabung machen solle. Ich erwähnte den Wunsch, am nächsten Tag in den Urlaub zu fahren (mit Tränen in den Augen – ich wollte keine Ausschabung, ich wollte schwanger sein!). „Na gut, dann halt danach. Nehmen Sie dicke Binden mit, Sie werden eine starke Abbruchblutung bekommen. Wir haben hier ein super Ultraschallgerät und wenn darin nix zu sehen ist, dann wird das nix. Des wird nix g’scheits.“

„Nix g’scheits“ ist übrigens mittlerweile fast 15 Monate alt, kerngesund und munter und macht – wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf – einen nicht un-gescheiten Eindruck. Meine niedergelassene Frauenärztin grummelte bei meinem nächsten Besuch 14 Tage später, das beste Gerät nütze nichts, wenn man es nicht bedienen kann…

Nun bin ich selber (Tier-)Medizinerin und mit einem angehenden Internisten (für Menschen) verheiratet. Ich weiß also, dass Ultraschall gar nicht so einfach ist, dass gerade junge Assistenzärzte oft überfordert und / oder nicht ausreichend eingearbeitet sind, von übermüdet und gestresst mal ganz zu schweigen. Ich weiß, dass knifflige Gespräche mit seelisch angeschlagenen PatientInnen viel Erfahrung, Geduld und eigentlich auch ein bisschen Zeit erfordern, und dass all das Mangelware im Klinikalltag ist. Natürlich weiß ich auch, dass es grundsätzlich richtig ist, jemandem keine falschen Hoffnungen zu machen und auch unangenehme Dinge beim Namen zu nennen.

Aber wissen Sie was? Es tut trotzdem verdammt weh, so etwas zu hören. Und bei all dem Wissen würde es auch Ihnen weh tun, wenn Sie die Patientin wären, die hofft, schwanger zu sein. Sie würden sich eine Ärztin wünschen, die behutsam mit Ihnen und einer solchen Diagnose umgeht. Die etwas vorsichtiger formuliert, ein wenig Raum lässt, Fingerspitzengefühl zeigt. Natürlich ist es kein Weltuntergang, wenn eine Schwangerschaft so sehr früh endet. Aber es kann trotzdem sehr traurig sein, und das sollten Sie eigentlich wissen. Fehler können passieren, jeder hat mal einen schlechten Tag und ich kann Ihren beruflichen Stress durchaus erahnen. Aber bitte zählen Sie trotzdem mal bis 10, bevor Sie so etwas ruppiges sagen.

Arzt sein bedeutet nämlich meiner Meinung nach nicht allein, ein wahnsinnig forderndes Studium erfolgreich absolviert zu haben und diesen riesigen Wissensschatz im stressigen Berufsalltag irgendwie sortiert zu kriegen. Arzt sein bedeutet auch, mal einen Moment innezuhalten und hinter einer Diagnose den Menschen zu sehen. Und zwar im Idealfall bei jedem Patienten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie das mittlerweile besser hinkriegen und dass Sie selbst Ärzte antreffen, die einfühlsam und freundlich mit Ihnen umgehen, wenn Sie selbst einmal in einer empfindlichen Situation sind.

Und allen früh Schwangeren, denen es nicht gut geht und die sich Sorgen machen, kann ich nur eins sagen: Kopf hoch! Wartet ab, lasst Euch nicht verunsichern! Auch eine Schwangerschaft, die holperig beginnt, kann ein Ergebnis haben, das Euch jeden Tag unbeschreiblich viel Freude macht. ❤


+++ UPDATE +++

3. August 2016: Seit ich diesen Artikel vorgestern veröffentlicht habe, haben mich hier und auf Facebook weit über hundert Kommentare erreicht von Frauen, denen ähnliches und teils noch sehr viel schlimmeres widerfahren ist. Ich bin schockiert, wie häufig FrauenärztInnen ruppig und unempathisch mit ihren schwangeren Patientinnen umgehen. Auch, dass so häufig zu so einem frühen Zeitpunkt zu Ausschabungen geraten wird, anstatt noch ein paar Tage abzuwarten, finde ich erschreckend. Zahlreiche Leserinnen haben mir von ihren Kindern geschrieben, die es nicht gäbe, hätten sie die empfohlene Ausschabung vornehmen lassen!

Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, dem Klinikum, in dem mir der oben geschilderte Vorfall widerfahren ist, den Artikel zu schicken. Es geht mir natürlich nicht darum, diese Klinik oder eine bestimmte Ärztin an den Pranger zu stellen, deshalb habe ich keine Namen genannt (und den dieser Ärztin weiß ich ohnehin nicht mehr). Ich möchte einfach für mehr Fingerspitzengefühl und Empathie werben und hoffe, dass ich eine entsprechende Reaktion erhalte. Natürlich werde ich an dieser Stelle berichten!

 

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35 Gedanken zu “An die Ärztin, die meinen Sohn nicht sah

  1. Puh… danke für diesen ehrlichen Artikel! Ich kann mir nur vorstellen, wie es sich angefühlt haben muss… tut mir leid, dass du eine solche Erfahrung machen musstest mit so einer unfähigen, gefühllosen Ärztin. Schön, dass es deinem Schatz gut geht! 🙂

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    1. Dankeschön!
      Ich denke, sie war einfach überfordert. Empathie und Fingerspitzengefühl sind nunmal nicht jedem in die Wiege gelegt und im Studium kommen diese Dinge vor lauter medizinischer Wissensvermittlung auch viel zu kurz. Schlimm nur, dass solche unvorbereiteten Leute auch auf Krebskranke oder Eltern von schwerkranken Kindern losgelassen werden, das mag man sich dann echt nicht vorstellen :/

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  2. oh, ja… ich kann mich auch gut an meinen kleinen erinnern, der sich so gut in seiner fruchthöhle versteckt hat, dass man nichts erkennen konnte. zum glück hatte ich eine kompetentere ärztin, die zwar auch den empathie-kurs verschlafen hat, aber zumindest sachlich und nicht so ruppig war.. eine woche später bin ich dann filmreif in tränen ausgebrochen, weil sowohl kerl als auch herzschlag sichtbar waren.
    meine empfehlung daher: frühestens in der 7. ssw zum ultraschall…

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  3. Ähnliches ist mir auch mit meinem Sohn, jetzt 20 Monate alt, passiert:

    Blasensprung 6 Wochen vor ET, ich selber total überrascht…Dann Ultraschall von einer ziemlich jungen Ärztin… Macht ewig da rum und dann kommt so n Spruch „Jaaaa, also EIN Bein hat ihr Kind schon mal….“ sollte wohl witzig sein?!
    Es kam dann eine andere, etwas erfahrenere Ärztin, hat selber noch mal geschaut und uns dann beruhigt.
    Ich glaube, im Studium sollte man auch lernen, wie man mit werdenden Eltern in diesen besonderen Situationen umgehen sollte! Das ist nicht witzig.
    Vermutlich einfach Unsicherheit überspielt!!

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    1. Meine Güte, sowas bescheuertes, du Arme! Ja, wie gesagt, ich glaube auch dass junge Ärzte oft total gestresst, überfordert und unsicher sind – verständlicherweise. Aber ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen wäre halt schon schön. Und im Studium müssten solche Dinge meiner Meinung nach auch eine viel größere Rolle spielen.

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  4. Das ist ja wirklich richtig schlimm unsensibel! Ich war bei 6+2 beim Arzt (Termin 100 % sicher, da ICSI) und da sah man immer noch zwei leere Fruchthöhlen. Und das war ein Top-Ultraschallgerät in einer Kinderwunschklinik. Der Arzt ermutigte mich trotzdem – man könne halt nicht immer was sehen.

    Und wenn man dann nicht mal genau weiß, wass genau der Konzeptionstermin ist, kann man doch sowas erst recht nicht machen. Oh man – ich rege mich gerade wirklich auf. Danke für diesen Beitrag, ich hoffe, ihn finden beim Googeln künftig ganz, ganz viele verunsicherte Schwangere.

    Liebe Grüße
    Danielle

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    1. Dankeschön, liebe Danielle! 🙂
      Ja, die Gute war wohl wirklich etwas überfordert, mittlerweile weiß ich auch dass es durchaus vorkommt, dass man zu diesem Zeitpunkt noch niemanden sieht in der Fruchthöhle. Aber gerade in der ersten Schwangerschaft ist frau halt so schnell verunsichert, das dürfte sich gerne auch zu jungen Ärzten mal rumsprechen.. 😉
      Liebe Grüße zurück!

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  5. Meine (neue) Frauenärztin hat beim Ultraschall in der 9. Woche nach IVF keinen Herzschlag gesehen und schickte mich sofort zur Ausschabung ohne eine zweite Meinung einzuholen oder mir zu sagen, dass wir morgen nochmal nachschauen. Zum Glück habe ich im KH sofort einen Termin bekommen. Dort wurde nachtürlich kontrolliert. Und siehe da: das Herzchen klopfte und klopft immer noch. Die bisher schlimmsten Stunden meines Lebens.
    Die Frauenärztin hab ich natürlich sofort gewechselt. Im Übrigen war die keine junge überforderte Ärztin sondern eine seit Jahren niedergelassene. Hinzu kam dann noch, dass die Überweisung auf einen falschen Namen ausgestellt war. Und die krankschreibung nochmal auf einen anderen. Unfähig.

    Ich kann Deinen Schmerz von damals gut nachvollziehen. Zum Glück ist es bei uns beiden gut ausgegangen.

    Alles Liebe

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    1. Oh wie schrecklich! Du Ärmste! Das ist natürlich nochmal eine ganz andere Hausnummer… Wahnsinn!
      Wie froh wir sein können, das alles gut ausgegangen ist. Trotzdem: echt fürchterliche Momente!
      Alles Gute dir und euch!

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  6. Wir hatten Glück. Nach fast zwei Jahren des Rumbastelns und immer wiederkehrender Enttäuschung hatten wir endlich den positiven Test in der Hand. Beim ersten Ultraschall (etwa 7. SSW) sah man zwar etwas, aber keinen Herzschlag. Allgemein sei die Entwicklung nicht zeitgemäß.

    Ich wusste, was das bedeuten konnte, trotzdem sagte die Ärztin, dass wir in zwei Wochen nochmal kommen sollten und wenn wir bis dahin durchdrehen auch früher zum Ultraschall kommen dürften.
    Der nächste Termin, kurz vor Weihnachten, brachte ein wunderschönes kleines Herzchen zum Vorschein. Seitdem vertrauen wir auf unser Wunder.
    Sie wird am Samstag 1 Jahr alt und ist der schönste Sonnenschein.

    Dennoch habe auch ich erfahren, was mangelndes Fingerspitzengefühl verursacht.
    Bspw beim Diabetologen, als ich mir anhören musste, wie leichtsinnig ich wäre, ausserklinisch entbinden zu wollen, wo sie doch fast bei der Geburt gestorben wäre. Was meine mit ihrer Situation vergleichbar macht, ist mir heute unbekannt.

    Ich weiß nicht, was die Ärzte manchmal in so Situationen denken, aber man kann nur hoffen, dass dies einmalige, stressbedingte Ausrutscher sind, die sie hinterher überdenken und beim nächsten Mal anders handeln.

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    1. Ich bin auch ganz überrascht, wie viele ähnliche Erlebnisse hier in den Kommentaren berichtet werden. Ich möchte überhaupt kein Ärzte-Bashing betreiben oder so, aber das stimmt schon nachdenklich.
      Immerhin schön zu hören, dass deine Frauenärztin damals so besonnen und einfühlsam war!
      Feiert einen schönen ersten Geburtstag mit eurem Sonnenschein, liebe Grüße!

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      1. Ich hatte es nicht als Ärzte-Bashing aufgefasst. Wenn das bei dir so ankam, entschuldige ich mich.

        Meine erst einfühlsame Ärztin war wie ausgewechselt als ich 3 Tage vor der Geburt, 7 Tage nach dem errechneten Termin, auf Anraten meiner Hebamme zur Fruchtwasserkontrolle kam. Sie wollte mich ins Krankenhaus einweisen, weil das Baby eine volle Blase hatte (Überraschung, kommt vor) und es mit Schwangerschaftsdiabetes ein Risiko sei. Meine Hebamme wurde runtergemacht als verantwortungslos und was sie über mich dachte, weiß ich nicht. Jedenfalls hieß es, sie könne keinen Verlauf sehen, weil ich ja die letzten Vorsorgetermine bei der Hebamme hatte (Mutterpass lag vor mit allen Einträgen der letzten Termine) und sie solle nun die Verantwortung übernehmen.

        Das Ende vom Lied war, dass ich weinend im Einkaufszentrum stand, mein Mann ängstlich auf mich einredete und mir keine Zeit geben wollte, meine Hebamme anzurufen.
        Ich kann also gut nachfühlen, wie trampelige Ärzte einen aus dem Vertrauen in seinen Körper bringen können und einen an allem zweifeln lassen, was bis dahin gut geklappt hat.

        Ich habe gegen die Einweisung widersprochen, meine Hebamme angerufen, die Untersuchung im Krankenhaus ergab kein Risiko und wir konnten alles so machen wie erhofft. Aber die Situation hat mir für die Geburt viel Angst erzeugt, so verlassen und überrumpelt sollte ich mich nicht fühlen.
        Die Ärztin habe ich gewechselt.

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      2. Nein, das habe ich überhaupt nicht so aufgefasst, keine Sorge! Das mit dem Ärzte-Bashing meinte ich eher so, dass es mir halt angesichts all dieser Stories hier in den Kommentaren durchaus schwer fällt, nicht auf „die Ärzte“ im Allgemeinen los zu schimpfen. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Frauen solche Erfahrungen gemacht haben. Deine Kommentare hier kann ich total gut nachfühlen (so wie die anderen auch), vielen Dank dafür!

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  7. Ich hatte zwischen Kind 1 und 2 auch eine frühe Fehlgeburt. Leere Fruchthöhle in der 7. Woche. Blutung, Bauchschmerzen. Ich war bei der Frauenärztin, die sagte, sie Fruchthöhle sei ziemlich vergrößert und leer. Ich habe darauf bestanden, nichts zu unternehmen und erst mal der Natur seinen Lauf zu lassen. Ich wollte nicht in mir herumgeschnippelt bekommen und vor allem wollte ich allein sein. Und was tat sie? Nahm irgendein Instrument und machte irgend einen Cut in mir, um Gewebe zu entnehmen, obwohl ich abgelehnt hatte. Der Heimweg war schrecklich. Solche Krämpfe und so viel Blut. Es dauerte noch den ganzen Tag mit wehenähnlichen Schmerzen, bis ich auf der Toilette dann diese kleine blutige Kugel quasi in der Hand hatte. Ich war total vernebelt und habe es leider ins Wasser fallen lassen und abgezogen. Hinterher habe ich es direkt bereut und gedacht, dieser Ansatz eines Lebens hätte zur Verabschiedung echt eine kleine Beerdigung im Garten verdient gehabt. 😦 das geht mir bis heute nach. Sechs Monate später war ich wieder schwanger. Andere Frauenärztin (dorthin wollte ich nicht mehr, weil sie eben ungebeten geschnibbelt hat und weil sie mir mit dem langen Stillen vom Großen dumm kam – der angebliche Grund für den Abgang sei das Stillen in der Schwangerschaft gewesen – so ein Quatsch!), aber auch nicht besser. Sie machte mich bei jedem Ultraschall schier wahnsinnig. Dabei wollte ich eigentlich gar keinen Ultraschall. Beim großen US hieß es z.B.: „äh, ich kann die Gallenblase nicht finden“. Also musste ich wieder kommen. Aber was sich dann für Filme im Kopf abspielen, bis man Wochen später dann Entwarnung bekommt… Das ist denen gar nicht klar. Den Rest der Vorsorgen habe ich danach übrigens nur noch die Hebamme machen lassen. Ich hatte die Schnauze von verunsichern lassen voll.

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    1. Liebe lamamo,

      bitte entschuldige, ich habe Deinen Kommentar irgendwie übersehen. Was für eine traurige Geschichte – Du Ärmste! Ich kann total gut verstehen, dass Dir das nachgeht.
      Und was die Verunsicherungen und das Kopfkino in der Schwangerschaft durch die ganzen Untersuchungen angeht: Da kann ich auch ein Lied von singen. Ich denke, bei einer weiteren Schwangerschaft würde ich wohl auch mehr Vorsorgen von einer Hebamme machen lassen…

      Liebe Grüße!

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  8. Mein „da is nix“ „das is eh nur a Windei“ „sie haben ja eh schon so viele Kinder“

    ist heute 3,5 Jahre alt ❤
    Die Ärztin hat mich nie wieder gesehen. So was unfähiges.
    Und das war in keiner Klinik sondern bei einer Gynäkologin in der Praxis in welcher relativ wenige Patienten waren.

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  9. Oh bei mir war damals (Juli 2015) auch zittern angesagt. Mein Test war schwach positiv und war dann etwa 2 Wochen später bei meiner Ärztin. Die haben da auch nen Test gemacht und Ultraschall und meinten auch, viel ist zwar nicht zu sehen, aber kein Zweifel es besteht eine Schwangerschaft (ca. 6. Woche). Ich hab mich natürlich riesig gefreut und bin nach dem obligatorischen Blutabnehmen nach Hause gefahren.
    Zwei Tage später bekomme ich nen Anruf von der Ärztin: Sie müsse mich unbedingt nochmal sehen, mein HCG Wert sei viel zu hoch für mein Stadium der Schwangerschaft, sie muss kontrollieren, ob es sich vielleicht um eine Eileiterschwangerschaft handelt. Der Tag war natürlich für mich gelaufen und die Nacht hab ich so gut wie gar nicht geschlafen. Am nächsten Tag (Freitag) hatte ich dann den Termin. Zum Glück hatte ich meinen Mann zur Unterstützung dabei. Beim Ultraschall war sie sich nicht ganz sicher, sie meinte im Eileiter sieht sie nichts, aber ganz ausschließen kann sie es trotzdem nicht, einfach weil sie das noch nie hatte. Sie hat gefragt, ob ich Schmerzen hab oder mich unwohl fühle. Beides verneinte ich. Zum einen war ich erstmal erleichtert, dass im Eileiter nichts zu sehen war, zum andern aber immer noch ein wenig verunsichert. Meine Ärztin meinte dann nur, da Freitag ist, will sie mich ungern ins Krankenhaus schicken, denn die würden mit nahezu 100%iger Sicherheit eine Ausschabung vornehmen. Das wollte ich auch auf keinen Fall, da es mir ja gut ging… Daher haben wir dann vereinbart, dass wir das Wochenende abwarten, aber sollte ich Schmerzen bekommen, ich sofort ins Krankenhaus müsste.
    Das Wochenende ging ohne Komplikationen vorbei und Dienstag hatte ich wieder einen Termin. Diesmal war es beim Ultraschall dann eindeutig, da ein Größenunterschied erkennbar war und ich war so unendlich erleichtert!

    Man darf einfach nicht so schnell aufgeben, jede Frau und jede Schwangerschaft ist anders und einzigartig! Nur weil ein Arzt das ein oder andere noch nicht gesehen hat, muss das nichts schlechtes bedeuten. Heute ist mein kleines Mädchen knapp 5 Monate alt und quietsch fidel!

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  10. Liebe Christine, die Geschichte, die du schilderst, kenne ich nur zu gut. Ich habe das zweimal mitgemacht und wurde immer wieder in der 6SW heimgeschickt mit dem Hinweis, ich solle ich zwei Wochen noch einmal kommen, im Moment sähe die Fruchthöhle leer aus. Beide Male hat sich zwei Wochen später gezeigt, dass sie es ganz deutlich nicht war. Zur dritten Schwangerschaft bin ich von vorneherein erst nach der achten Woche meiner Rechnung hingegangen. Manche Kleinen sehen scheinbar am Anfang einfach kleiner aus, als die Norm es verlangt. Das hindert sie nicht am Wachsen.

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    1. Liebe Eva-Maria, in Zukunft würde ich – sofern es keine Komplikationen gibt und mir gut geht – sicherlich auch erst später hingehen. Wie schön dass es bei Dir jeweils gut gegangen ist! Ich finde es aber OK, wenn ein Arzt sagt: „Im Moment sieht die Fruchthöhle leer aus.“ Das ist das, was er sieht, und lässt Raum für Hoffnung. Geschockt bin ich aber echt von den vielen Kommentaren, in denen hier geschildert wird, wie unglaublich ruppig und unsensibel manche Ärzte mit so einer Situation umgehen (so wie auch bei mir). LG!

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  11. Ich habe in deiner Geschichte meine eigene erkannt! Auch mir wurde im Krankenhaus (da am Anfang öfter Blutungen) gesagt, beide Fruchthöhlen seien leer und ich sollte einen Termin zur Ausschabung machen. Ich wollte aber lieber nochmal zu meiner eigenen Frauenärztin und siehe da, sie waren gar nicht leer! Meine beiden werden Ende September zwei Jahre alt.:-) Mir wurde das damals auch ziemlich unsanft an den Kopf geworfen, ich war ziemlich fertig. Etwas mehr Mitgefühl sollten die Ärzte schon manchmal zeigen!

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  12. Ich musste in ähnlicher Situation mal mit ähnlich empathischem Arzt umgehen:
    Ich befand mich in der 7. SSW im Urlaub an der Ostseeküste und bekam Blutungen.
    Der Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt in dieser Schwangerschaftswoche war ich mir ebenso bewusst wie der Tatsache, dass man dagegen im Fall des Falles nichts machen kann.
    Dennoch wollte ich grössere Gewissheit und fuhr in die nicht weit entfernte Klinik.
    Dort musste ich mir dann einige Unverschämtheiten sowohl von der Schwester als auch von der Ärztin anhören, warum ich denn nicht zu meinem Arzt gegangen bin (oh, der ist 1000 km entfernt? Na warum warten sie dann nicht einfach bis nach dem Urlaub?).

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  13. mein Enkel wird nun 11 Monate und ist für uns das Glück auf Erden.wenn es nach dem Gyn.meiner Tochter gegangen wäre, hätte er ihn ausschaben lassen, denn “ da ist nix, Fruchthöhle leer.“ Trotz erhöhter Hormonwerte, und und und……. Fand meine Tochter hysterisch- die „Psyche halt“ , weiterhin nicht zugänglich dafür, dass meine Tochter doch recht haben könnte.Die Ärtzin in der Universitätsklinik wo sie zum Auschaben sollte,hörte meiner Tochter zu und bot ihr an, dass WE noch abzuwarten. Danach war der Hormonwert noch höher, immer noch nichts zu sehen, aber sie hörte weiterhin meiner Tochter zu die sich ihrer Sache sehr sicher war. Nochmal hin, weitergucken, bis es sicher war. Die junge Ärtzin hat sich so mitgefreut und auch nach der Geburt waren alle dort erfreut, meinen Enkel kennenzulernen.
    Der Gyn.war übrigens bis zum Schluß nicht einsichtig und sagte zu meinem SchwieSo, sie sollen sich jetzt mal bitte damit abfinden, dass sich da nix normales entwickeln wird. Ich möchte nicht wissen, wieviel ausgeschabt werden, nur weil sich jemand für Gott in Weiß hält. Ich habe bis zum dem Artikel gedacht, es handelt sich um einen Einzelfall.

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    1. Ja, ich bin auch sehr überrascht und geschockt, wieviele solcher Geschichten mir in den letzten Tagen berichtet wurden, hier und auf Facebook in den Kommentaren. Deshalb habe ich mich auch entschieden, den Artikel an die Klinik zu schicken, wo mir das Ganze passiert ist. Ich bin gespannt, ob eine Antwort kommen wird, und werde natürlich hier entsprechend updaten! Wie schön, dass es Ihrem Enkel und Ihrer Tochter gut geht!

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  14. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, ist mir nämlich genauso passiert. Ich wurde zum zweiten Mal schwanger, diesmal trotz einer Kupferspirale und wusste es sofort. Ich hatte eine Einnistungsblutung, war müde, mir war schlecht und ich fühlte mich einfach schwanger. Der Test bestätigte das. Meine Frauenärztin war im Urlaub und die Vertretung wollte mir einreden, dass ich nicht schwanger sein könnte, da auch sie nichts sah und schickte mich heim. Dort bekam ich Blutungen und ging in die Klinik. Da fühlte ich mich etwas besser aufgehoben, da ich ernst genommen wurde. Allerdings versuchte mir der Chefarzt trotz steigender Werte ziemlich schnell eine Eileiterschwangerschaft aufzuschwatzen. Nach 5 endlos langen Liegetagen wegen der Blutungen, nahm sich endlich eine der Assistenzärztinnen meiner an, die selbst dreifache Mutter war. Und siehe da, nach ca. 20 Minuten Suche fand sie meinen Sohn, weit entfernt von der Spirale und in der 6. SSW. Sie vertraute meinem mütterlichen Instinkt und heute ist mein Sohn ebenfalls 15 Monate alt und kerngesund. Das Vertrauen in Gynäkologen litt aber enorm. Kurz vor der Geburt wollte meine betreuende Ärztin keinen Ultraschall mehr machen, da mein Befund gut war. Als ich dann zwei Tage vor ET merkwürdige Schmerzen bekam und zur Sicherheit mal nachts in die Klinik ging, kam raus, dass ich meine Plazenta gerade dabei war, sich abzulösen und dringend eingeleitet werden musste. Das hätte meine Ärztin auch schon früher feststellen können…nun gut, ich bestand auch nicht darauf, weil ich ihr vertraute. Sollte ich nochmal ein Kind bekommen, glaube ich, dass ich mich größtenteils ausschließlich in die Hände einer Hebamme geben werde und noch mehr meinem Instinkt trauen werde…ist halt heutzutage alles nicht mehr so einfach mit dem Kinderkriegen 😉

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    1. Da hast Du wohl Recht. Eigentlich verrückt: Wenn man sich überlegt, wieviele Abertausende Frauen und Kinder unter der Geburt verstorben sind, bevor es die moderne Geburtshilfe in der jetzigen Form gab, und trotzdem wünschen wir uns manchmal eine weniger intensive und weniger medizinische Betreuung. Vielleicht ist der goldene Mittelweg ja ein ganz guter Kompromiss: auf die eigenen Instinkte und das Hebammenwissen vertrauen, und für den Notfall auf die modernen medizinischen Möglichkeiten zurückgreifen können.
      Eines weiß ich jedenfalls sicher, durch meine eigene Geschichte und auch die vielen vielen Kommentare hier und auf Facebook, mit ähnlichen Geschichten: Eine Ausschabung würde ich niemals leichtfertig vornehmen lassen…!
      LG
      PS: Schön, dass es Deinem Sohn gut geht! 🙂

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  15. Wir haben in der KiWu Klinik zu Glück im Unglück gute Erfahrungen mit den Ärzten gemacht. Nach 2 Jahren war ich endlich schwanger und in der 8. SSW kamen erste leise Bedenken von der Ärztin, dass noch kein Herzschlag da ist. Eine Woche später immer noch nichts und eine rückläufige Entwicklung. Der Rat ging zur Ausschabung und der Termin wurde auf 3 Tage später angesetzt. Wir waren traurig und dazu unsicher. Obwohl die Hölle los war (Uniklinik) hat sich eine Ärztin vor dem Eingeiff nochmal Zeit genommen, einen Ultraschall gemacht, uns alle Bilder der vorherigen Wochen nebeneinander gelegt und den Verlauf erklärt. So konnte ich beruhigter in den OP. Wir hätten von so einer großen Klinik ehrlich gesagt weniger erwartet und fühlen uns auch für den nächsten Versuch gut aufgehoben. Meinen Frauenarzt habe ich lange vorher schon gewechselt, weil er alle meine Fragen wegen unregelmäßigem Zyklus immer von Tisch gewischt hat und so meine Diagnose um einige Jahre verzögert hat. Nach langem hin und her hat er sich damals endlich auf nen Hormontest eingelassen und mich dann auf der Arbeit angerufen, um mir zu sagen, dass er nicht denkt, dass ich Kinder bekommen kann! (Was so auch nicht richtig ist)

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    1. Oh je, leider ist mir Dein Kommentar durch die Lappen gegangen – sorry! Das ist natürlich eine traurige Geschichte, auch wenn Ihr immerhin in der Uniklinik einfühlsam betreut wurdet. Ich drücke sehr feste die Daumen, dass es eines Tages klappt! Liebe Grüße, Christine

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