Test und Verlosung: Kilenda, Leihservice für Kinderkleidung

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Alles zu klein! Und wohin jetzt damit?

Er wächst und wächst und wächst: Der Stapel zu klein gewordener Bodies, Strampler, Hosen, Pullis, Mützen und anderer Kleidungsstücke, denen der Babysohn gefühlt täglich entwächst. Mittlerweile muss ich, wie beim Mikado spielen, aufpassen, dass nicht der ganze Stapel kollabiert, wenn ich ein neues Teil oben drauf lege. Lange werde ich den Anblick nicht mehr ignorieren können, und dann muss ich das alles sichten und sortieren: Was behalten wir, was wird verkauft? Wie und wo lagere ich am besten die Dinge, die aufbewahrt werden sollen? Und wie und wo verkaufe ich am besten die anderen Kleidungsstücke? Mache ich das online, muss ich sie alle fotographieren und irgendwo einstellen. Gehe ich zum Kinderflohmarkt, stehe ich mir die Beine in den Bauch und werde doch nix los. Das Grauen kennt kein Ende, ihr wisst wovon ich rede…

Da kam mir doch die E-Mail von Kilenda sehr recht, ob ich den Ausleihservice für Kinderklamotten nicht mal testen möchte. Dafür gab es übrigens netterweise einen Gutschein, was aber nichts daran ändert, dass ich mir unvoreingenommen meine Meinung gebildet habe. Und die fällt – das gleich vorweg – ziemlich positiv aus! Aber der Reihe nach.

Wie funktioniert Kilenda?

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Im Onlineshop von Kilenda kann ich gezielt nach bestimmten Artikeln suchen.

Das Prinzip ist einfach: Ich stelle mir online ein Paket von Baby- oder Kinderkleidung zusammen, die ich für mindestens einen Monat leihen möchte. Die Sachen werden mir geschickt und wenn sich der Monat dem Ende neigt, kann ich entscheiden, was ich zurückschicken möchte und was nicht. Ab Beginn des zweiten Leihmonats wird tagesgenau abgerechnet, d.h. ich zahle wirklich nur, solange dem Kind die Sachen passen und sie gerne getragen werden. Mein digitaler Kleiderschrank bei Kilenda wird entsprechend upgedatet, sobald ich etwas zurück schicke, dort kann ich dann zum Beispiel auch ein Lieblingsstück in der nächsten Größe bestellen. Detailliertere Infos darüber, wie der Verleihservice funktioniert, gibt es bei den häufig gestellten Fragen auf der Kilenda-Homepage.

Die riesigen Vorteile liegen natürlich auf der Hand: es gibt keine Stapel von zu kleinen oder zu großen Babyklamotten im Keller, sondern es sind jeweils wirklich nur die Kleidungsstücke im Haus, die dem Kind aktuell passen, die gefallen und die zur Jahreszeit passen. Aber ist das Ganze auch wirklich praktikabel?

Kilenda im Test

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Mein erstes Mietpaket

Um Kilenda zu testen, habe ich mir ein Paket aus sieben Kleidungsstücken zusammengestellt. Die Auswahl hat Spaß gemacht, denn die Website ist übersichtlich gestaltet und übrigens auch vom Handy aus sehr gut zu bedienen. Außerdem hat Kilenda wirklich schöne Marken im Angebot, so dass die Entscheidung schwer fällt. Da ich ansonsten meistens gebrauchte Kinderkleidung kaufe oder wirklich Bio-Marken, war es ganz ungewohnt, neuwertige Stücke von Marken wie Levi’s, Blue Seven, Hummel, Joules, Marc O’Polo oder TUMBLE’N DRY auswählen zu können. Zugegebenermaßen sind da schon wirklich viele schicke Stücke dabei! Zum ökologischen Aspekt komme ich weiter unten noch.

Die Ausleihe funktioniert letztendlich wie ein Einkauf in einem ganz normalen Online-Shop: Ich lege die Artikel in einen Warenkorb (der hier allerdings „Mietpaket“ heißt) und gehe am Schluss zur Kasse, wo ich Zahlungsart, Adresse usw. eingebe. Bei Kilenda kann man übrigens nicht als Gast bestellen, sondern muss sich einen Account anlegen. Hat man sich die Arbeit einmal gemacht, braucht man sich in Zukunft dann nur noch einloggen und alle Daten sind bereits vorhanden. Das ist insofern auch ganz sinnvoll, weil ich nur mit einem Account auch einen Überblick über meine geliehenen Artikel behalten kann.

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Nette Kilenda-Post: Das ging schnell!

Da ich sehr knapp vor unserem Urlaub noch die Kilenda-Bestellung aufgegeben hatte, war ich etwas skeptisch, ob die Sachen noch rechtzeitig ankommen. Dementsprechend gab es direkt einen Pluspunkt für Kilenda, als das Paket mit den Klamotten bereits am übernächsten Tag ankam. Die Teile machten auf mich allesamt einen neuwertigen Eindruck, obwohl einige bereits getragen, also nur noch „wie neu“ waren (auch das kann man auf der Website bei der Auswahl der Kleidungsstücke nämlich sehen). Einige Stücke habe ich mittlerweile bereits wieder zurück geschickt, weil sie schon nicht mehr passen oder einfach witterungsbedingt nicht so oft zum Einsatz kamen. Die restlichen Sachen werde ich noch einige Zeit behalten.

Apropos behalten: Ist ein absolutes Lieblingsteil dabei oder etwas, wie vielleicht beispielsweise ein Schlafsack, was lange passt und lange getragen wird, kann man es auch kaufen. Das passiert automatisch, wenn die Leihdauer so lange ist, dass die Leihgebühren den Wert der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) für dieses Kleidungsstück erreichen. Das heißt also, dass man als Nutzer im Vergleich mit dem Kauf neuer Kinderkleidung im Handel nur profitieren kann: Erreicht man die UVP, gehört einem das Teil. Bleibt man drunter, hat man Geld gespart und das Kleidungsstück vielleicht einfach nicht so lange benötigt.

Das bedeutet natürlich auch, dass es für Kilenda erst dann richtig lukrativ wird, wenn ein Kleidungsstück tatsächlich mehrfach verliehen wird und nicht nur einmal. Und während ich der Benutzerfreundlichkeit nach meinem Test tatsächlich eine sehr gute Note geben kann, kommen wir hiermit zu der Frage, die mich vorab besonders interessiert hat:

Wie steht es bei Kilenda um die Ökobilanz?

Zugegeben war ich am Anfang etwas skeptisch. Viele der angebotenen Marken sind nicht bio-zertifiziert und bei der Auswahl erschien mir sehr häufig „neu“ als Zustand angegeben, nur recht selten entdeckte ich „wie neue“ Kleidungsstücke. Ich habe also dem Team einige kritische Fragen dazu geschickt und ziemlich ausführliche Antworten erhalten, deren Inhalt ich euch hier zusammenfassen möchte.

Zum Thema biozertifizierte Marken schrieb mir Hendrik, einer der Gründer von Kilenda, das Thema sei ihnen enorm wichtig. Mittlerweile kann man die Bio-Mode direkt im Hauptmenü auswählen und das Sortiment wurde erweitert, so dass zum Beispiel Kleidung von gefragten Herstellern wie Frugi, Fred’s World, Little Green Radicals oder Finkid erhältlich ist. Weitere Marken sollen hinzu kommen, so Hendrik: „Hierbei sind wir aber vorallem auf der Suche nach modischen Bio Kindersachen. Braune, beige oder olive Wolljacken bzw. Wollunterwäsche wird man also auch in Zukunft bei uns vermissen. Das passt einfach nicht zu uns.“ Also mein Babysohn hat ja schon öfter Komplimente für seine kuschelige braune Walkjacke bekommen, und ich finde solche Kleidungsstücke durchaus schön, aber das ist natürlich Geschmackssache 😉 . Vielleicht nimmt Kilenda ja noch ein paar von den Skandinaviern mit auf, z.B. Smafolk oder Maxomorra, das wäre fein. Die sind Bio und trotzdem bunt und schick.

Wichtig für den ökologischen Aspekt ist aber natürlich vor allem, wie oft Kleidungsstücke denn nun tatsächlich verliehen werden und ob ein Winterpulli auch nach einem Jahr wieder eine Chance bekommt, obwohl es dann neue Kollektionen gibt. Dazu hieß es von Hendrik, solange ein Kleidungsstück den Anspruch erfüllt, „wie neu“ zu sein, wird es professionell gereinigt und dann weiter verliehen. Das kann einmal oder fünfmal sein, und auch noch in der nächsten oder übernächsten Saison wieder vorkommen. Dass so viele Artikel im Verleih noch neu sind, liegt daran, dass Kilenda noch so jung ist und stark wächst. So muss auch der Fundus an Klamotten erstmal wachsen und deshalb sind so viele Artikel noch ungetragen. Ungeachtet neuer Trends werden aber wirklich nur Kleidungsstücke „aussortiert“, die nicht mehr einwandfrei sind.

Kilenda Eco-Race 2015

Wie viel Wasser, Strom und auch Zeit durch die Ausleihe getragener Kleidung eingespart wird, kann man sich auf der Kilenda-Homepage anschauen, denn dort gibt es das sogenannte „Eco-Race“. Dort heißt es: „Bei der Herstellung nur eines T-Shirts werden Unmengen an Wasser verbraucht und kiloweise CO2 ausgestoßen. Die meisten Kleidungsstücke werden von Kindern nur ungefähr 10 bis 20 Tage über einen Zeitraum von rund 3 Monaten getragen. Wird das Stück dann weggeworfen oder gammelt auf dem Dachboden herum, ist seine Ökobilanz ziemlich mies. Wird es hingegen von einem anderem Kind weitergenutzt, so muss kein neues Stück hergestellt werden und die Ökobilanz verbessert sich maßgeblich.“

Und so konnten die Kilenda-Kunden im Jahr 2015 bereits über 58 Millionen Liter Wasser und mehr als 29.000 kg CO2 einsparen – ziemlich beeindruckend, oder?

Fazit

Insgesamt bin ich von Kilenda, der Idee, die dahinter steckt, und nicht zuletzt auch dem freundlichen Team und supernetten Service wirklich begeistert. Gerade in Zeiten der absoluten Wegwerfkultur finde ich die Idee, qualitative Kleidungsstücke mehrfach zu nutzen, ganz hervorragend. Die modernen und frischen Marken und die Tatsache, dass die Artikel professionell gereinigt werden und nur in einwandfreiem Zustand weiter gegeben werden, macht Kilenda meiner Meinung nach auch für anspruchsvolle Kundinnen interessant.

Sehr gut finde ich auch, dass die Kilenda-Lieferungen über DHL GoGreen versendet werden und somit einen neutralen CO2-Fußabdruck haben. Wenn ich einen Verbesserungswunsch hätte, dann wäre das, den Anteil an Bio-Kleidung noch weiter hoch zu fahren und dabei auch auf die Produktionsbedingungen der einzelnen Hersteller ein Auge zu haben. Es gibt heutzutage so viele interessante und modische Bio-Label, damit muss wirklich kein Kind angestaubt aussehen. Mein Eindruck ist aber, dass das auch bei Kilenda so gesehen wird, so dass ich gespannt bin, was für Marken in Zukunft noch in das Verleihprogramm mit aufgenommen werden.

Der Test hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht und ich empfehle Kilenda gerne weiter! Probiert’s mal aus und macht bei der Verlosung von drei Kilenda-Gutscheinen à 15 € auf meiner Facebook-Seite mit: https://www.facebook.com/diekuckucks. Viel Spaß 🙂

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