Baby-led Weaning: Unsere Grundausrüstung

Bei uns wird es  bald spannend – der Babysohn scheint die Beikostreife erreicht zu haben! In den nächsten Tagen werden wir anfangen mit Baby-led Weaning (BLW). Wer davon noch nie gehört hat: Es handelt sich um eine Beikosteinführung, die anders abläuft als die herkömmliche Breifütterung. Was es damit auf sich hat und was die wichtigsten Vorteile sind, habe ich hier zusammengefasst.

Um mit BLW zu beginnen, braucht man eigentlich nicht viel, was man nicht ohnehin benötigen würde. Im folgenden zeige ich euch unsere Grundausrüstung:

1. Lektüre

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Beantwortet alle wichtigen Fragen: Das BLW-Grundlagenbuch

Es kann nie schaden, sich anfangs erstmal schlau zu machen. Mit dem BLW-Grundlagenbuch funktioniert das perfekt. Der Übersetzungs-Stil ist zwar zum Teil recht amüsant, aber insgesamt erfährt man einfach alles, was man als BLW-Anfänger wissen möchte. Zudem hat man dann eine Menge guter Argumente parat für die Besserwisser, die behaupten, das Baby brauche doch unbedingt Brei.

Als Inspiration für die Zeit, wenn der Babysohn wirklich anfängt zu essen und nicht mehr nur mit Gemüse spielt ;), habe ich mir noch „Junika beginnt zu essen“ bestellt. Die Autorinnen betreiben diesen fantastischen Blog und das Buch ist Erfahrungsbericht und Kochbuch gleichzeitig. Die Rezepte sind natürlich allesamt babytauglich, also zucker- und salzarm und frei von anderen ungesunden oder schädlichen Zutaten.

2. Dünsteinsatz

In den ersten Wochen wird weniger nach Rezept gekocht werden, sondern das Baby wird einfach Obst- und Gemüsesticks zum Erkunden bekommen. Diese sollen weich sein, aber nicht so weich, dass sie in der Hand komplett zerfallen. Manche Obst- und Gemüsearten erfüllen diese Vorgabe schon von selbst, zum Beispiel reife (aber nicht überreife) Birnen und Avocados, Salatgurke oder Mango. Viele Gemüse und einige Obstsorten aber sind zu fest, um ohne Zähne gekaut zu werden, und gegart auch weit besser bekömmlich.

Deshalb habe ich mir einen Dünsteinsatz gekauft. So etwas wollte ich ohnehin schon immer mal haben. Man hängt ihn einfach in den Kochtopf, bringt Wasser zum kochen (ungesalzen!), und lässt das portionierte Gemüse im aufsteigenden Dampf gar werden. Das erfordert minimalen Arbeitsaufwand und ist außerdem eine sehr schonende Zubereitungsart, bei der viele Vitamine erhalten bleiben. So kann ich einfach Gemüse für uns dünsten und dem Babysohn davon eine kleine Portion anbieten. Unseres wird dann eben erst gesalzen, wenn die Baby-Portion abgeteilt wurde – kein Problem. Dünsteinsätze sind sehr preiswert zum Beispiel bei IKEA erhältlich.

3. Hochstuhl und PlayTray

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Den Tripp Trapp findet man gut auf Ebay Kleinanzeigen. Noch günstiger können Flohmärkte sein.

Wir haben uns für einen klassischen Tripp Trapp von der Firma Stokke entschieden. Dieser Hochstuhl wächst mit: Das sogenannte Babyset, welches für Essanfänger den Sitz verkleinert und sie mit einem Gurt auf dem Stuhl sichert, kann entfernt werden, wenn die Kinder groß genug sind. Dann können sie aufgrund der verstellbaren „Treppenstufen“ ihren Stuhl selbst erklimmen und damit an den Tisch herangeschoben werden. Für die ganz Kleinen gibt es sogar einen Neugeborenen-Aufsatz; eine Art Wippe, die man auf dem Tripp Trapp befestigt, so dass das Baby bei Tisch mit dabei sein kann.

Unseren Tripp Trapp haben wir gebraucht bei Ebay Kleinanzeigen gekauft, inkl. Babyset und Kissen. Ich fand ihn recht günstig, bis ich von einer Freundin gehört habe, die ihren (allerdings ohne Babyset und Kissen) für 13,50 € auf dem Kinderflohmarkt gekauft hat – es lohnt sich also, immer die Augen offen zu halten!

Ein Teil, auf das ich sehr gespannt bin, ist das PlayTray. Es wird nicht von Stokke selbst hergestellt, ist aber ein originales Tripp Trapp-Zubehör. Vertrieben wird es in Deutschland unter anderem von Truls&Trine, dir mir freundlicherweise ein Exemplar für Testzwecke zur Verfügung gestellt haben. Deswegen wird es auch noch einen ausführlichen Testbericht geben, wenn wir Stuhl und PlayTray eine Weile in Betrieb gehabt haben. Hier also nur so viel: Das PlayTray ist ein besonders großes Tablett, welches man auf den Tripp Trapp einfach aufstecken kann. Es ist aus Kunststoff, also abwaschbar. Es soll BLW-Babies genug Platz bieten, ihr Essen zu erkunden (auf einen Teller werden wir anfangs verzichten). Der erhöhte Rand soll davor schützen, dass all zu viel daneben geht.

4. Teppichschutz

Nach allem, was ich bisher gehört habe, wird auch das PlayTray nicht verhindern, dass vor allem in den ersten Wochen eine ganze Menge Essen auf dem Boden landen wird. Als ich einer BLW-erprobten und begeisterten Freundin erzählte, dass wir die Beikosteinführung auch auf diese Weise probieren möchte, sagte sie als erstes: „Ich hoffe, ihr habt keinen Teppich im Essbereich!“

Tja, was soll ich sagen, dreimal dürft ihr raten, was unter unserem Esstisch liegt… Jedenfalls hatte sie zum Glück auch gleich einen guten Tipp, womit der Teppich geschützt werden kann. Ebenfalls beim Möbelschweden gibt es durchsichtige Plastikmatten, die eigentlich dafür gedacht sind, den Fußboden unter rollenden Bürostühlen zu schützen. Man kann sie einfach abwischen und sie kosten nicht die Welt. Allerdings riechen sie am Anfang sehr durchdringend nach Kunststoff, also bitte erstmal ein paar Tage auf dem Balkon auslüften lassen, bevor sie in die Wohnräume kommen!

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, eine Wachstuchtischdecke unter dem Hochstuhl auszulegen. Diese kann man zwar in der Waschmaschine waschen, aber ich stelle mir eine ziemliche Krumpelei vor, sobald man den Stuhl verschiebt. Deswegen habe ich lieber diese Matte gekauft.

5. Lätzchen

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Oma näht Lätzchen ❤

Egal, wie man mit der Beikost anfängt: Ohne Lätzchen geht es nicht, das dürfte klar sein. Die Oma vom Babysohn hat angefangen, ganz entzückende Lätzchen selbst zu nähen. Für die Vorderseite hat sie hübsche bunte Kinderstoffe bestellt, die Rückseite besteht aus alten Frottee-Handtüchern. So können die Lätzchen bei besonders kleckerverdächtigen Mahlzeiten auch umgekehrt verwendet werden.

Für die Anfangszeit habe ich mir trotzdem einen Stapel Lätzchen mit Ärmeln besorgt. Das scheint mir doch ganz sinnvoll. Ich habe darauf geachtet, dass man sie bei 60 Grad waschen kann, das finde ich einfach hygienischer. Gibt’s aus Ökotex zum Beispiel hier.


Damit wäre unsere Startausrüstung vollständig und ich freue mich darauf, euch bald berichten zu können, wie es mit der Beikost bei uns so läuft. Vielleicht stellt sich auch irgend etwas von den hier angepriesenen Dingen als totaler Fehlkauf heraus, auch das erfahrt ihr dann natürlich hier auf www.diekuckucks.net. May the games begin 🙂

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