Nur ein Gläschen Weißweinschorle…

Es war sehr heiß gestern in München. Sehr heiß! Der Babysohn und ich hatten einen schönen Tag zusammen, aber als er gegen 20.30 Uhr nach einigem Kampf entschlummerte, befiel mich ein schrecklicher Todesdurst. Im Kühlschrank befanden sich an Flüssigkeiten: Ein paar Flaschen Wasser, eine Flasche Sojasauce, 1 Becher Schlagsahne, ein halbes Glas Oliven in Salzplörre, ein Rest Holundersirup aus dem frühen Pleistozän, sowie, Sie ahnen es, eine Flasche Weißwein.

Nun verhält es sich hier seit Wochen (ich übertreibe nicht!) so, dass der Babysohn zwischen 20 und 21 Uhr, also zum einschlafen, noch einmal stillt, und dann erst wieder zwischen 3 und 4 Uhr Hunger bekommt. Das ist sehr nett von ihm – oder war, sollte ich sagen.

Ich zog also gestern Abend circa 500 verschiedene Promille- und Alkoholabbau-Rechner zurate, und entschied mich schließlich wagemutig für ein Gläschen Weißweinschorle. Den übereinstimmenden Berechnungen zufolge würde ich damit gegen 23 Uhr einen Maximalwert unter 0,2 Promille erreichen (im Blut, wie auch in der Muttermilch), der um 1 Uhr nachts vollständig abgebaut sein würde. 2 Stunden Puffer reichen, sprach der Teufel auf meiner linken Schulter. Der Engel auf der anderen Seite war leider bereits eingeschlafen.

Ich schritt also gegen 21 Uhr zur Tat und fühlte mich (nach über einem Jahr Abstinenz) von dem Gläschen Schorle bald, als hätte ich ein Fass Slibowitz geleert. Mensch war dit schön! Ungefähr wie Harald Juhnke so weise sagte: „Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen!“ Zum Glück widerstand ich einem zweiten Gläschen, zu dem der Teufel dringend riet (die Stimme der Vernunft übernahm dankenswerterweise der Ehemann). Beschwingt ging ich nach dem Essen in die Badewanne.

Und raten Sie, wer sich pünktlich gegen 23 Uhr (Sie erinnern sich an den Peak der Promille-Kurve um diese Uhrzeit) zum Stillen meldete, ich entstieg just der Badewanne? Richtig, der zuckersüße kleine Babysohn. Das Ausmaß des schlechten Gewissens kann getrost als historisch bezeichnet werden; so miserabel habe ich mich noch nie beim Stillen gefühlt. Ich kehre also mit sofortiger Wirkung zu meinem Leben als Abstinenzlerin zurück und werde sicher so bald nicht mehr davon abweichen. Außerdem widerspreche ich Harald Juhnke: Meine Definition von Glück? Kein schlechtes Gewissen und mein Baby an der Brust! ❤

 

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