3 Wochen Baby-led Weaning: Geduld und Vertrauen

Geduld ist nun wirklich nicht meine Stärke. Seit ich ein Kind habe, lerne ich allerdings neue Dimensionen von Geduld kennen. Und seit wir mit Baby-led Weaning (BLW) angefangen haben, stelle ich fest, dass auch dafür ein bisschen Geduld ganz hilfreich ist. Zumindest wenn man – trotz aller gelesenen Lektüren – doch irgendwie dachte, der Babysohn würde bestimmt auf Anhieb richtig los spachteln. Das tat er natürlich nicht und daran hat sich in diesen ersten drei Wochen auch noch nicht viel geändert.

Es läuft eigentlich tatsächlich genau so, wie ich es im BLW-Buch und auf diversen Blogs gelesen habe: Die Lebensmittel werden mit allen Sinnen erforscht. Er tastet, knetet, matscht, riecht, betrachtet von allen Seiten, beißt ab, schiebt im Mund hin und her, und dann wieder raus. Das ist faszinierend, aber auch gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Wochen die Luft angehalten habe, weil er aus Versehen irgendwas größeres abgebissen hatte und nun war die bange Frage: Was jetzt?!

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Möhrchenliebe. Für BLW müsste man dieses Liebespaar allerdings dünsten und zu Sticks verarbeiten.

Ich glaube, er und ich stellten uns diese Frage gleichermaßen und schauten einander ratlos an, bis mir einfiel, dass man das Baby ja machen lassen soll, ihm vertrauen soll und nicht ständig beobachten oder eingreifen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Und auch wenn ich jedes Mal in Gedanken wieder den Heimlich-Handgriff geübt habe: richtig verschluckt hat er sich noch nie. Ab und an würgt oder hustet er etwas, aber immer kommt dann wieder raus, was ihm zu weit nach hinten gerutscht war, und ab und zu schluckt er auch mal etwas runter.

Was sich mittlerweile geändert hat: Der Babysohn weiß genau, was kommt, wenn er in seinen Hochstuhl gesetzt wird, und er freut sich schon richtig darauf. Er ist nicht mehr so ultra-leicht ablenkbar, wie in den ersten Tagen. Zumindest, wenn er und ich alleine essen (was meistens der Fall ist), konzentriert er sich schnell auf die Speisen, die er angeboten bekommt. Und er steht, genau wie seine Mama, voll auf Nudeln 🙂

Bisher angeboten haben wir unserem Babysohn:

  • Apfel
  • Avocado
  • Banane
  • Birne
  • Broccoli
  • Brot
  • Brot mit Avocado
  • Brot mit Butter
  • Emmentaler
  • Gurke
  • Kartoffel
  • Mango
  • Möhre
  • Nudeln
  • Paprika
  • Pastinake

All das gab es in Form von Sticks, die härteren Sachen natürlich gegart oder gedünstet. Mit Nudeln, Brot und Käse haben wir erst in den letzten Tagen ein bisschen experimentiert, davor gab es nur Obst und Gemüse. Abgesehen davon, dass er Nudeln und Brot total cool findet, Broccoli wegen der krümeligen Röschen etwas unheimlich und Käse doof, interessiert ihn eigentlich alles gleichermaßen. Nur als er zwischendurch mal ein paar Tage Husten hatte, war er verständlicherweise etwas unmotivierter.

Bis jetzt ist es insgesamt eine sehr spannende Angelegenheit, das Baby-led Weaning. Mit essen hat es noch nicht viel zu tun (was laut Literatur ganz normal so ist), aber mit täglich neuen Entdeckungen. Und dafür soll der Babysohn alle Zeit der Welt bekommen ❤

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